Der Gelenkknorpel besteht aus hoch spezialisierten Knorpelzellen. Diese produzieren eine Knorpelmasse um die Zelle. Nach Abschluss des Wachstums, im Erwachsenenalter, ist eine Regeneration eines belastbaren neuen gleichwertigen Knorpels nicht mehr möglich. Alle Maßnahmen können zwar den Knorpelverlust bremsen, oder im günstigen Falle sogar das Wachstum von Ersatzknorpel anregen. Die Belastbarkeit des Knorpels wird jedoch nie mehr wie im normalen Zustand erreicht werden. In bestimmten Fällen können Knochen- und Knorpelzylinder transplantiert werden. Diese werden aus eigenem Gewebe gewonnen. Eine Zellzüchtung, also Entnahme von eigenem Knorpel und Vermehrung durch Zellzucht außerhalb des Körpers und Re-Transplantation ist auch möglich. Die einfachste Methode um die Knochenoberfläche wieder zu einem Knorpelersatzwachstum anzuregen, wird durch Setzen kleinster Bohrungen im Knochen (Mic-fracturing) erreicht. Aus diesen kleinsten Blutungsherden, aus der Tiefe des Knochens, wachsen Knorpelersatzzellen heran. Dies geht jedoch nur dann, wenn das Areal nicht größer als 1 bis 2 cm im Durchmesser ist und nicht in der vollen Belastungszone liegt.

Was ist zu tun um einen Knorpelverlust oder gar Knorpeldefekt auszuheilen?

Chronische Belastungen sind generell zu meiden. Bis zur Ausbildung eines Ersatzknorpels dauert es Wochen bis zu einem ¼ Jahr. Danach sollten auch chronische Belastungen, wie z.B. Langlauf oder gar Marathonlauf und gleichartige Bewegungen gemieden werden. Beim normalen Knorpel überwiegt die Druckfestigkeit der Zugfestigkeit. Der Knorpel besteht zu über 70% aus Wasser und wirkt als Einheit, wie ein Wasserkissen. Daher ist es notwendig, dass der defekte Knorpel, der weniger Wasser halten kann und wie ein schlechtes Wasserkissen wirkt, nur kurzzeitig belastet wird. Danach durch einfach Pendelübungen am hängenden Bein (geeignet ist ein Tisch, von man im Sitzen das Bein frei herunterhängen lassen kann ) wird das so genannte „Wasserkissen“, der Knorpel, wieder mit Flüssigkeit gefüllt und für eine gewisse Belastung wieder aufgebaut.

Prophylaxe: Was kann ich tun um dennoch Sport treiben zu können?

Die o.g. Methode ist übrigens auch die einfachste Methode um vor einer sportlichen Betätigung (im Rahmen des sog. Warm-up, Stretching) seine Gelenke auf eine Belastung vorzubereiten und damit auch den Knorpel zu schonen. Diese einfachsten Übungen - Pendel- und Dehnübungen, sind für kranken Knorpel zur Entlastung und Wiederaufbau ebenso wie für den gesunden Knorpel wirksam. Verständlich da der Knorpel vorwiegend über die Gelenkflüssigkeit ernährt wird und nur die Bewegung die Funktion der Gelenke erhält. Dies ist auch bei fortgeschrittener Gelenkerkrankung richtig, solange wie es eben möglich ist relativ schmerzfrei zu bewegen. Manche Bewegungen sind dann wieder nach anfänglicher schmerzhafter Bewegungseinschränkung möglich. Aber was tun wenn spazieren gehen nicht mehr möglich ist, wenn das Gelenk in Ruhe und bei Bewegung ständig schmerzt?